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Bakterien im ‘Zombie-Modus’ – die Entdeckung einer alternativen Überlebensstrategie

26. Februar 2019

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Leendert Harmoen von der University of Amsterdam (UvA) hat herausgefunden, dass manche Bakterien trotz Nährstoffmangel lange Zeit überleben können. Diese Entdeckung könnte ein neues Licht auf die Frage werfen, wie Bakterien Antibiotika überlisten.

Es ist seit langem bekannt, dass Bakterien sich entweder aktiv bewegen oder in eine Art Ruhezustand (dormant state) versetzen. Bakterien im Ruhezustand bilden Sporen und können so ungünstige Umweltbedingungen überstehen. Nun stellt sich heraus, dass auch ein dritter Zustand möglich ist: eine Art Zombie-Modus. Einen Begriff, den Prof. Dr. Leendert Harmoen zwar nicht selbst verwendet, aber durchaus passend findet: „Alles deutet darauf hin, dass viele Prozesse bei diesen Bakterien unreguliert und extrem langsam weiter laufen. Sie können praktisch ohne Nahrung leben.“ Für ihre Studie haben die Forscher mit der Bakterie Bacillus subtilis gearbeitet. Diese Bakterie, die aufgrund einer Mutation nicht länger Sporen bilden konnte, wuchs trotz Nährstoffmangel sehr langsam weiter. „Unsere Forschung hat gezeigt, dass Bakterien in diesem neuen Zustand gegen verschiedene Arten von Antibiotika resistent sind“, sagt Prof. Dr. Leendert Harmoen in einem Interview mit dem journalistischen Medium der UvA (Folia). Weitere Forschung soll zeigen, ob andere Bakterien sich auch in diesen Zustand versetzen können und wie der ‚Zombie-Modus‘ genau reguliert wird.

Das komplette Interview von Folia mit Prof. Dr. Leendert Harmoen können sie hier lesen. Das Interview ist auf Niederländisch. Ihre Erkenntnisse präsentieren die Wissenschaftler in einer Ausgabe des Fachmagazins Nature Communications.

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