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Aufnahmetag im OP

7. November 2018

Wie hoch ist das Risiko einer postoperativen Wundinfektion? Wie können Sie dies innerhalb eines Teams am besten besprechen? Am 30. Oktober 2018 gab es den ersten Tag des so genannten „POWI VR-Training“ im OP-Trainingsraum der Universität Twente. Während des Trainings wurden fiktive Operationen aus verschiedenen Perspektiven beobachtet. Bei diesen OPs wurde eine Reihe von fiktiven skriptgesteuerten Sicherheitsrisiken verarbeitet. Es ging dabei um folgende Fragestellungen: Wie reagieren Sie, wenn Sie die Risiken beobachten? Wie reagiert das Team? Durch die Bilder sollen Operationsteams stimuliert werden, besondere Situationen zu erkennen und als Team verantwortungsvoll mit Risiken umzugehen sowie Infektionen vorzubeugen.

Dieser Tag war ein erster Meilenstein in der Entwicklung eines Trainingskurses für OP-Teams, mit dem Ziel die Hygienemaßnahmen kontinuierlich einzuhalten und zu verbessern. Dem Start des Trainings ist eine lange Forschungszeit vorausgegangen: Die Universität Twente und die Universität Bielefeld erforschten die am häufigsten auftretenden Fälle einer postoperativen Wundinfektion und Situationen, in denen die Risiken insbesondere bewusst sind, es in der Praxis aber immer noch schief geht?
Durch den Einsatz von Virtual Reality (VR) in diesem Trainingsprogramm, können sich die Teilnehmer dem Thema auf eine einzigartige Art und Weise nähern. Dank dieser Videobilder in VR bekommt das Lernen eine neue, wichtige Komponente: Empathie.

Jan Dirk Bijker, der Projektleiter des Konsortiums dazu: „Kognitive und affektive Komponenten spielen eine wichtige Rolle in der Umsetzung der POWI-Richtlinien. Viele Mitarbeiter eines OP-Teams kennen die Richtlinien, also die kognitive Komponente, aber es gibt oft Gründe, warum sie davon abweichen. Hier spielen Arbeitsdruck, Offenheit in der Kommunikation und Kooperation, also die affektive Komponente, eine wichtige Rolle. Das Training konzentriert sich nicht nur auf kognitive Fähigkeiten, also das Wissen und die Einhaltung der Richtlinien. Sondern das Training möchte durch die affektive Komponente vor allem die Denkweise der Teilnehmer beeinflussen. Es ist das Ziel, die Teamarbeit zu verbessern und letztlich das Risiko einer postoperativen Wundinfektion zu reduzieren.“

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